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PU-Schaum: vielseitig und bewährt

Die ersten Bauschäume kamen Anfang der 70er Jahre auf die Baustelle. Inzwischen gibt es für fast jede erdenkliche Anwendung Spezialschäume, die für einen bestimmten Einsatzzweck optimiert sind. Zum Bespiel gibt es Montageschaum, der besonders für den Einsatz im Winter geeignet ist. Hier finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten PU-Schäume, die angeboten werden.

1-K-PU-Schaum

1-Komponenten-PU-Schaumdosen machen in Deutschland mit 80 Prozent den Löwenanteil des Verbrauchs an Bauschaum aus. 1-K-PU-Schäumen reicht zum Ausschäumen und Aushärten der Kontakt mit der Luftfeuchtigkeit. Diese Montageschäume benötigen dafür keine weitere Komponente. Um den Aushärtungsvorgang zu beschleunigen und eine bessere Qualität zu erzielen empfiehlt es sich, vor und nach dem Schäumen die Anschlussflächen mit Wasser zu besprühen. Der 1-K-Montageschaum härtet von außen, wo die Feuchtigkeit zuerst wirkt, nach innen aus. In 1-K-PU-Schaumdosen werden Isocyanat und Polyol bei der Herstellung in der Dose gemischt, man spricht dann von einem Prepolymer. Klassisches Einsatzgebiet des 1-K-Bauschaums ist die Fensterdämmung.

2-K-PU-Schaum

Der 2-Komponenten-PU-Schaum erreicht höhere Festigkeiten als 1-K-Bauschaum und härtet sehr schnell und gleichmäßig aus. Das vereinfacht die Kontrolle der Aushärtung. Wo hohe Anforderungen an Festigkeit, Durchhärtungsgeschwindigkeit und Homogenität der Schaumstruktur bestehen, sollte man 2-K-PU-Schaum wählen. Eine typische Anwendung von 2-K-Montageschaum ist die Montage von Innentüren. 2-K-PU-Schäume reagieren nicht mit der Umgebungsfeuchte, sondern haben einen weiteren Reaktionspartner: den sogenannten Vernetzer oder Härter. Dieser befindet sich als zusätzliche Verpackungseinheit entweder in der Dose oder wird extra zugeführt. Vor dem Start muss der Anwender den Härter aktivieren, damit sich das in der Dose befindliche Prepolymer und der Härter gut vermischen. Wie das geht, ist auf der Dose beschrieben. Gleichmäßig gefärbter PU-Schaum zeigt den Erfolg des Mischvorgangs. 2-K-Schäume, in denen die Stoffe in der Dose reagieren, müssen innerhalb der auf dem Etikett angegebenen Zeitspanne verarbeitet werden.

Quelle: Knauf

PU-Schaumkleber/Perimeterschaum

Diese Alternative zu Zement- und Mörtelklebern in Wärmedämmverbundsystemen bietet eine saubere und schnelle Verarbeitung mit allen Vorteilen der Haftung auf verschiedensten Untergründen. Bei der Verklebung mit PU-Schaumkleber sind mechanische Fixierungen überflüssig, wenn der Untergrund für die Verklebung geeignet ist. Die Hauptanwendungsgebiete sind das Anbringen von Wärmedämmverbundsystemen, Kellerdecken- oder Flachdachdämmung.

Winterschaum

Winterschaum ist eine Sonderentwicklung des Montageschaums, um die Verarbeitung bei niedrigen Temperaturen zu gewährleisten. Üblicherweise soll Bauschaum nicht bei Temperaturen unter fünf Grad Celsius verarbeitet werden, weil die zur Härtung notwendige Luftfeuchtigkeit sinkt. In der kalten Jahreszeit ist deswegen spezieller Winterschaum die Lösung. PU-Winterschaum ist üblicherweise bis minus zehn Grad Celsius gut zu verarbeiten. In Ländern mit sehr kalten Wintern bieten die Hersteller auch Bauschaum an, der bis zu minus 20 Grad verträgt. Die Dosentemperatur ist davon unabhängig und sollte immer oberhalb von 5 Grad Celsius liegen.

Brunnenschaum

Brunnenschaum wurde entwickelt, um eine wasserdichte Verklebung von Betonringen und Brunnenschächten zu ermöglichen. Zudem kann er beim Setzen von Schachtringen, Kanalschächten und im Aufbau von Hauskläranlagen eingesetzt werden. Dieser Spezial-Bauschaum ist gegenüber verdünnten Chemikalien beständig. Außerdem zeichnet seine Verrottungsfestigkeit (Widerstand gegen Bakterien aus dem Erdreich) den Brunnenschaum aus.

B2-Bauschaum und B3-PU-Schäume

In Deutschland werden in der Regel Bauschäume der Baustoffklasse B2 verkauft. Das heißt, dass sie nach den Vorgaben der DIN 4102-1, die Baustoffe gemäß ihrer Brennbarkeit einstuft, normal entflammbar sind. Sie dürfen im gesamten Gebäude eingesetzt werden, außer an Stellen mit besonderen Anforderungen an das Brandverhalten. Selten werden auch leichter entflammbare B3-PU-Schäume (= leicht entflammbar) im Handel angeboten. Diese B3-PU-Schäume sind im Baubereich sie nicht zulässig.

Füllschaum

Füllschaum kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Hohlraum im Gebäude schnell und effizient geschlossen werden soll. Zum Beispiel bei einem Kabelschacht oder einem Wanddurchbruch nach einer Rohrverlegung.

Brandschutzschaum und B1-PU-Schaum

Bauschäume, die als schwer entflammbarer PU-Schaum für das Füllen und Abdichten von Fugen entwickelt wurden, werden umgangssprachlich auch als Brandschutzschaum bezeichnet. Sie müssen den Anforderungen der DIN 4102 (B1) Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen oder der europäischen Norm EN 13501 (Brandschutzklasse B) entsprechen. Bei besonderen Anforderungen an den Brandschutz, zum Beispiel wenn Feuerwiderstandsklassen nach der EN 13501-2 (EI) erreicht werden sollen, werden diese Spezialschäume in Verbindung mit anderen brandhemmenden Materialien eingesetzt.

MDI-reduzierte Schäume

Ein isocyanatreduzierter Schaum ist ein Schaum, in dem die Konzentration des reaktiven MDI (= Methylendiphenyldiisocyanat = freies Isocyanat), reduziert wurden. Diese Schäume werden in zwei Gruppen aufgeteilt:

A) < 1% Monomergehalt

In diesen Schäumen wurde der Gehalt an freiem MDI auf einen Wert unter 1 % reduziert.

B) < 0,1% Monomergehalt

Diese Schäume sind soweit im MDI-Gehalt reduziert, dass sie einen Wert von < 0,1 % an freiem MDI besitzen.

MDI-freie Schäume auf Silan-Basis

Das sind Montageschäume, die zwar das Polyurethangerüst aber keine freien Isocyanatgruppen mehr enthalten, da diese in einer Vorstufe chemisch zum nichtreaktiven Urethangerüst umgesetzt wurden. Die Aushärtung der Schäume beruht auf reaktionsfähigen Silangruppen, die nach dem Ausschäumen aus der Dose durch Reaktion mit der Umgebungsfeuchte zur Vernetzung und damit zur Aushärtung des ausgebrachten PU-Schaumes führen.

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