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Qualität und Recht

Bauschaum ist ein Universalgenie. Mit ihm kann man montieren, dichten, dämmen, kleben. Ebenso vielfältig wie seine Einsatzgebiete sind auch die Regelwerke, die PU-Schaum betreffen. Einige wichtige sind hier ebenso zusammengetragen wie Initiativen zur Qualitätssicherung von Montageschaum.

CLP-Verordnung: Kennzeichnung von chemischen Produkten

Ziel der CLP-Verordnung (Regulation on Classification, Labelling and Packaging = Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung) ist es, für chemische Produkte ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt sicherzustellen und den freien Warenverkehr innerhalb der Europäischen Union zu erleichtern. Dafür wurde 2009 mit Inkrafttreten dieser Verordnung europaweit ein neues System für die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen eingeführt. Nach langen Übergangsregelungen hat die CLP zum 1. Juni 2015 das bisher gültige Einstufungs- und Kennzeichnungssystem abgelöst. Für den Verbraucher heißt das, dass er sich an neue Sicherheits- und Gefahrenhinweise gewöhnen muss – diese gelten dann allerdings in der ganzen EU. Auch PU-Schaumdosen sind von dieser Regelung betroffen. Haben bisher das Andreaskreuz und das Flammensymbol auf den Dosen darauf hingewiesen, dass bei Gebrauch gewisse Schutzvorkehrungen beachtet werden sollten, kommen jetzt neue rautenförmige Piktogramme zum Einsatz.

Das bedeuten die neuen Piktogramme:

Raute mit Feuer:

Dieses Piktogramm weist darauf hin, dass sich in PU-Schaumdosen hochentzündliches Druckgas (Aerosol) befindet und deswegen unter Hitzeeinwirkung oder offenen Feuer besten kann. Bei Benutzung darf also nicht geraucht werden und die Dose darf nicht mit externen Wärmequellen erhitzt werden. Auch extreme Sonneneinstrahlung und Umgebungstemperaturen über 50 Grad Celsius sind wegen der Explosionsgefahr zu vermeiden. Zudem darf die Dose niemals gewaltsam geöffnet werden.

Raute mit Ausrufungszeichen, Raute mit Mensch und "Strahlenbrust":

Das Ausrufungszeichen ersetzt das bisher übliche Andreaskreuz, das auf Gesundheitsgefahren hingewiesen hat. Neu hinzugekommen ist das Symbol für schwerwiegende Gesundheitsgefahren. Im Fall von PU-Schaum beziehen sich diese Hinweise auf die flüssigen Inhaltsstoffe der Dose. Ausgehärtet ist PU-Schaum physiologisch unbedenklich. Vor der Aushärtung können jedoch Haut, Augen und die Atemwege gereizt werden. Allergische Reaktionen an Haut und Atemwegen oder auch asthmaartige Symptome und Atembeschwerden sind bei empfindlichen Personen möglich. Um sich davor zu schützen, sollte man bei der Arbeit mit PU-Schaum eine persönliche Schutzausrüstung (Handschuhe, Schutzbrille sowie hautbedeckende Kleidung) tragen und für eine gute Belüftung sorgen. Zudem können die Inhaltsstoffe vermutlich Krebs erzeugen, wenn Personen ihnen langfristig in hohen Konzentrationen in der Atemluft ausgesetzt sind. Konkrete Fälle sind bisher allerdings nicht bekannt. Auch hier schützt gute Belüftung.

MDI-reduzierte und MDI-freie PU-Schäume, die weniger als 1 Prozent MDI bzw. keine freien Isocyanatgruppen enthalten, fallen nicht unter diese Kennzeichnungspflicht.

 


Diese Erläuterungen sollen allgemeinverständlich sein, sie sind nicht verbindlich im Sinne der CLP-Verordnung, die bestimmte vorgegebene Formulierungen verlangt.

Verbindliche Angaben zu Verarbeitung, Handhabung und Arbeitssicherheit entnehmen Sie bitte jeweils den zum gewählten PU-Schaum passenden Produkt- und Sicherheitsdatenblättern der Hersteller und den Etiketten auf den PU-Schaumdosen.

Weitere Informationen zur CLP-Richtlinie finden Sie hier:

Website Umweltbundesamt      Bundesinstitut für Risikobewertung


DIN 18355 Tischlerarbeiten

Das technische Regelwerk beschreibt, was alles beim Fenstereinbau zu beachten ist, um das Gewerk fehlerfrei auszuführen. Dazu gehört natürlich auch die Ausbildung von Anschlüssen und Abdichtungen. Oder einfacher ausgedrückt, Abdichtung und Dämmung von Fensterfugen. Während der Bauschaum in erster Linie für die Dämmung zuständig ist, muss der Handwerker weitere Maßnahmen treffen, um die Fensterfuge von außen schlagregendicht und von innen luftundurchlässig abzudichten.


EMICODE

Menschen verbringen immer mehr Zeit in geschlossenen Räumen. Damit kommen der Qualität der Raumluft und den Emissionen aus verarbeiteten Werkstoffen eine wachsende Bedeutung zu. Um Verbrauchern Sicherheit im Umgang Kleb-, Dicht- und Dämmstoffen zu geben, hat die Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte e. V. (GEV) in den 90er Jahren den EMICODE ins Leben gerufen.

Das ist ein wettbewerbsneutrales Klassifizierungssystem, das Produkte nach einem strengen Prüfverfahren hinsichtlich ihres Emissionsverhaltens bewertet. Das System kennt drei Qualitätsstufen: EC1plus (= sehr emissionsarm), EC1 (= sehr emissionsarm) und EC2 (= emissionsarm). Ursprünglich wurde der EMICODE FÜR Kleb- und Dichtstoffe entwickelt, die großflächig eingesetzt werden, zum Beispiel für Parkettkleber. Seit einigen Jahren können auch Dichtstoffe nach den strengen EMICODE-Richtlinien getestet werden, die in vergleichsweise sehr geringen Mengen eingesetzt werden, etwa PU-Schaum. PU-Schäume, die sich den Test unterworfen haben, wurden als sehr emissionsarm eingestuft und erhielten die Auszeichnung EC1plus.


PU-Schaum für Wärmedämmverbundsysteme (ETAG 004)

Welche Bedingen zu erfüllen sind, damit Bauschaum für die Befestigung von Wärmeverbundsystemen (WDVS) geeignet ist, regelt der aktuelle Entwurf der ETAG 004. Die Leitlinie für Europäischen Technische Zulassungen (ETAG) eine seit langem bewährte Praxis. Der Vorteil, Montageschäumen für die Verklebung einzusetzen, liegt in ihrer schnellen Aushärtungszeit. Bereits nach zwei bis drei Stunden kann eine mit Bauschaum montierte Wand weiter bearbeitet werden. Zementbasierte Kleber hingegen müssen drei bis vier Tage austrocknen, bevor die nächsten Arbeitsschritte möglich sind. Zudem benötigen die Handwerker keine weiteren Hilfsmittel auf der Baustelle.


Qualitätssicherung von Bauschaum

Welcher PU-Schaum ist für meine Verwendung der geeignete? Damit Anwender diese Frage leichter beantworten können, hat die Europäische Vereinigung für Kleb- und Dichtstoffe (FEICA) Standardmessmethoden für 1-K-PU-Schäume entwickelt. Nachlesen kann der Verbraucher die Messergebnisse in der Regel in den Produktdatenblättern, auf denen immer mehr Hersteller die Prüfergebnisse veröffentlichen. Geprüft werden zum Beispiel Schaumausbeute, Dimensionsstabilität, Zug- und Druckfestigkeit oder auch die Zeit, die ein PU-Schaum braucht, bis er geschnitten werden kann. Die erarbeiteten Messmethoden sollen nach Auskunft der Arbeitsgruppe laufend weiter verbessert und ergänzt werden.


RAL-Leitfaden Fenstermontage

Die Fenstermontage ist ein komplexes Gewerk, bei dem unzählige Einzelheiten berücksichtigt werden müssen. Den wohl bekanntesten Praxisratgeber zur Montage von Fenstern hat die RAL-Gütegemeinschaft zusammen mit dem Institut für Fenstertechnik herausgebracht. Das 300 Seiten starke Werk stellt in Kapitel 6 ausführlich die verschiedenen Befestigungsmöglichkeiten und Dämmsysteme für die Fensteranschlüsse vor. Hier geht der Leitfaden ausdrücklich auf die Funktion von PU-Schaum für die Fugendämmung ein. Es heißt: „Fugendämmstoffe dienen zur Wärmedämmung in der Anschlussfuge und tragen unterstützend zur Erfüllung an die Anforderungen an den Schallschutz bei.“ Um die Fuge luftdicht auszuführen sind noch weitere Maßnahmen nötig. Ein Sonderfall ist, wenn Montageschäume außer zur Wärmedämmung auch für die luftdichte Ausführung der Fensterfuge herangezogen werden. In diesem Fall verlangt der Leitfaden einen geeigneten Nachweis durch den Hersteller.

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