PU Schaum, Fehlerquellen

12 fatale Fehler im Umgang mit PU-Schaum und wie Sie sie vermeiden

Alles will gelernt sein, auch der Umgang mit PU-Schaumdosen. Aber keine Sorge, man muss nicht alle Fehler selbst machen. Sie können auch hier einfach nachlesen, wie es richtig geht. Oder wie Winston Churchill sagte: „Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selbst. Er gibt auch anderen eine Chance.“

Einen wichtigen Tipp haben wir vorab:

Bevor Sie mit der eigentlichen Arbeit beginnen, sollten Sie generell erstmal auf einem Stück Karton oder Zeitung testen, ob der Schaum richtig vermischt ist und gut aus der Dose austritt.

Aus der PU-Schaumdose kommt zu wenig oder gar kein Schaum heraus?

PU Schaum, Fehler, Fenster

Möglichkeit 1: Handelt es sich um 1-K-PU-Schaum, prüfen Sie, ob Sie die Dose genug (ca. 20 – 30 mal) geschüttelt haben. Lesen Sie auf der Packungsanweisung nach, wie viel Schütteln nötig ist.

Möglichkeit 2: 2-K-PU-Schaum wurde möglicherweise nicht genug geschüttelt und / oder der Härter (Aktivierungsdrehrad am Dosenboden) nicht richtig oder gar nicht aktiviert. Typisch ist es hier, dass der Härter in die falsche Richtung oder nicht weit genug gedreht wurde. Wie der Härter genau aktiviert wird, ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Die Packungsanweisung gibt nähere Infos dazu.

Möglichkeit 3: Arbeiten Sie mit einem Pistolenschaum gibt es noch weitere Möglichkeiten:

  • Die verwendete PU-Schaumpistole und die Dose passen nicht zusammen. Dann öffnet das Ventil gar nicht oder nur teilweise. In diesem Fall einfach eine passende Pistole verwenden.
  • Die verwendete Pistole ist verschmutzt und der Schaum kann deswegen nicht austreten. Hier hilft nur, die PU-Schaumpistole zu reinigen oder zu ersetzen.
  • Der Öffnungsball in der Pistole ist verklebt und das Ventil kann sich deswegen nicht öffnen. Das kommt vor, wenn die Pistole nach dem letzten Gebrauch nur flüchtig mit Aceton gereinigt wurde. In diesem Fall können Sie versuchen, den Öffnungsball der PU-Schaumpistole vorsichtig mit einem Zahnstocher zu lösen. Auf keinen Fall sollten Sie aber das Dosenventil mit Hilfsmitteln bearbeiten.

Möglichkeit 4: Das Dosenventil selbst ist verklebt, zum Beispiel weil die PU-Schaumdose falsch gelagert wurde. In diesem Fall müssen Sie eine neue Dose nehmen! Sie sollten niemals versuchen, ein Bauschaumdose gewaltsam zu öffnen. Dabei kann die Dose leicht so beschädigt werden, dass ihr Inhalt schlagartig austritt. Das bedeutet im günstigsten Fall irreparable Verunreinigungen, im schlimmsten Fall Verletzungen für Sie.

Möglichkeit 5: Einer PU-Schaum-Dose kann auch zu kalt sein! Je kälter es ist, desto zäher wird das PU-Prepolymer in der Dose und kann nicht mehr so gut austreten. Am besten schützen Sie Ihre Dosen vor Witterungseinflüssen. Wenn sie schon zu kalt geworden ist, können Sie sie auch langsam im Wasserbad erhitzen. Aber bitte Vorsicht! Wird eine Dose zu schnell und zu stark erhitzt, dehnt sich das in der Dose befindliche Gas zu schnell aus – das kann zu Explosionen führen! Tauchsieder, Bunsenbrenner oder auch eine heiße Heizung sind beim Umgang mit Druckgasdosen tabu!

Möglichkeit 6: Die verwendete Dose ist zu alt. Ob eine Bauschaumdose überlagert ist, erkennen Sie ganz einfach, wenn Sie sie schütteln. Ist der Inhalt flüssig, ist der Schaum okay. Fühlt es sich beim Schütteln zäh an, ist die Dose zu alt.

Der PU-Schaum läuft die Fensterfuge hinunter und bleibt nicht am Platz?

Das passiert vor allem bei zu großen Fugen, wenn sie von oben nach unten ausgeschäumt werden. Am besten immer von unten nach oben schäumen. Dann setzt sich der frische Schaum auf den bereits ausgeschäumten.

Der Bauschaum spritzt auf der anderen Seite aus der Fuge heraus?

Möglicher Grund hierfür ist, dass das Ventil zu weit geöffnet war und zu schnell zu viel Schaum ausgebracht wurde. Langsam und stetig schäumen heißt das Erfolgsrezept der Profis.

Der PU-Schaum quillt übermäßig aus der Fuge heraus und verschmutzt die Umgebung?

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Wahrscheinlich wurde einfach zu viel Schaum ausgebracht. Als Faustregel kann man sagen, dass die Fuge nur etwa zur Hälfte mit PU-Schaum ausgefüllt werden sollte, damit der sich aushärtende Schaum noch gut ausdehnen kann. Auch hier hilft, erst einmal auf Zeitungspapier zu üben, um ein Gefühl für das Ausdehnungsverhalten des PU-Schaums zu bekommen. Wer sich unsicher ist, sollte auch die Umgebung abkleben bzw. mit Folien und Papier schützen.

Der PU-Schaum haftet nicht auf dem Untergrund bzw. die Flankenverklebung ist mangelhaft?

Das kann verschiedene Ursachen haben.

Möglichkeit 1: Die Oberfläche ist verschmutzt und sollte gereinigt werden.

Möglichkeit 2: der Untergrund ist nicht für PU-Schaum geeignet. Auf Polyethylen, Silikon, Teflon oder ähnlichen Materialien haftet PU-Schaum nicht – auch nicht auf Materialien, deren Oberflächen geölt, gefettet oder silikonisiert wurden.

Möglichkeit 3: Der Untergrund ist nicht tragend. Das passiert zum Beispiel bei Gips. Solche Flächen müssen mit einem Primer vorbehandelt werden.

Der PU-Schaum wirkt breiig und kann so kein homogenes feinzelliges Schaumbild bilden?

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Bei 1-K-PU-Schaum ist wahrscheinlich ungenügendes Schütteln der Dose die Fehlerursache. Die Packungsanweisung gibt weitere Hinweise.

Bei 2-K-PU-Schaum wurde möglicherweise der Härter nicht richtig oder gar nicht aktiviert. Typisch ist es hier, dass das Aktivierungsdrehrad des Härters in die falsche Richtung oder nicht weit genug gedreht wurde. Wie der Härter genau aktiviert wird, ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Die Packungsanweisung gibt nähere Infos dazu.

Der Schaum ist spröde und brüchig, außerdem braucht die Aushärtung sehr lange?

Liegt die Außentemperatur unter 5 Grad Celsius? Dann ist es für normalen PU-Schaum zu kalt. Hier bietet sich die Verwendung von speziellem Winterschaum an. Dieser funktioniert in der Regel bis minus 10 Grad Celsius.

Der ausgebrachte PU-Schaum verliert seine Standfestigkeit und verflüssigt sich?

Entweder ist die PU-Schaumdose zu warm oder die Außentemperatur oder beides. In der Regel funktioniert PU-Schaum bis zu Temperaturen um die 35 Grad Celsius. Genauere Hinweise für den verwendeten Schaum finden Sie auf der Verpackung. Ist nur die Dose zu warm, kann man sie im kühlen Wasserbad auf Betriebstemperatur bringen. Ist es allgemein zu heiß, sollte man auf kühlere Tageszeiten ausweichen.

Der Schaum härtet nicht richtig aus, obwohl beim Ausschäumen alles gut aussah?

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Hier gibt es mehrere mögliche Ursachen.

Möglichkeit 1: Wurde der Schaum zu früh angeschnitten? Ein sicheres Zeichen dafür ist, dass das Messer beim Anschnitt verklebt. Damit ist der Aushärtungsprozess gestört und der flüssige Schaum fällt in sich zusammen, d. h. er kollabiert. Ist das der Fall muss man die Fuge eventuell neu einschäumen. Wie lange die Aushärtungszeiten des verwendeten PU-Schaums sind, finden Sie in der Packungsanweisung.

Möglichkeit 2: Der 1-K-PU-Schaum hatte zu wenig Feuchtigkeit zum Ausreagieren. Das kommt besonders oft bei der Verfüllung von Rohren oder Türschwellen vor, weil in dem engen Raum nur sehr begrenzt Luftfeuchtigkeit zur Verfügung steht. Entweder Sie verwenden gleich 2-K-PU-Schaum, weil dieser keine Feuchtigkeit zum Aushärten benötigt, oder Sie befeuchten unter dem Ausschäumen die einzelnen Lagen mit Wasser.

Der Schaum schrumpft und haftet nicht richtig?

In diesem Fall kann ein zu großes Feuchtigkeitsangebot die Ursache sein. Zu viel Wasser schadet dem Schaum auch! In der Regel reicht ein leichtes Befeuchten mit einem Zerstäuber aus. Auch hier gibt die Packungsanweisung Auskunft über das richtige Maß.

Der PU-Schaum drückt noch nach Wochen nach?

Das ist eine Folge davon, dass der 1-K-Schaum nicht genügend Feuchtigkeit für den Aushärtungsprozess gefunden hat und der Kern deswegen nicht richtig aushärten konnte. Steigt dann später die Luftfeuchtigkeit, setzt die chemische Reaktion wieder ein und der Schaum drückt nach.

Nach einigen Wochen wird die Schaumoberfläche spröde und verfärbt sich?

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PU-Schäume sind zwar verrottungs- und fäulnisfest, aber nicht lichtbeständig. Je nach Intensität der Einstrahlung verfärben sie sich und werden an der Oberfläche spröde und brüchig. Deswegen sollten sie möglichst bald nach der vollständigen Aushärtung mit einem Schutzanstrich, Überputz oder anderen geeigneten Materialien abgedeckt und vor Sonne geschützt werden.

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