Brunnenschaum

Brunnenschaum: Das sollten Sie über diesen Dichtstoff wissen

Brunnenschaum ist ein echter Spezialist, wenn es um das Abdichten im Wasser- und Abwasserbereich geht. Der Polyurethan-Schaum (PU-Schaum) eignet sich besonders für Brunnen, Zisternen, Schachtringe oder Abwasserrohre. Aber: Er kann noch viel mehr, als viele denken. In diesem Text erfahren Sie alles Wichtige rund um die Anwendung, Verarbeitung, Eigenschaften und Grenzen von Brunnenschaum – inklusive Tipps aus der Praxis, einer Checkliste und einem FAQ-Bereich.

Wofür eignet sich Brunnenschaum?

Brunnenschaum kommt immer dann ins Spiel, wenn eine wasserfeste Verbindung zwischen Bauteilen benötigt wird. Vor allem im Tiefbau, Kanalbau und bei der Brunnenmontage wird der Schaum für die Verklebung von Betonringen, Brunnenschächten und Schachthälsen verwendet.


Er ersetzt dabei klassische Dichtmaterialien wie Mörtel oder Dichtschlämme. Durch seine formstabile, wasserfeste Struktur ist er optimal geeignet, um stehendem oder leicht drückendem Wasser standzuhalten.

Typische Anwendungsbeispiele:

  • Abdichtung von Zisternen, Kanalschächten und Hauskläranlagen
  • Rohrdurchführungen im Bereich Wasser und Abwasser
  • Abdichtungen gegen Schmutz- und Oberflächenwasser

Tipp für Profis: Auch bei der Sanierung alter Brunnenkonstruktionen oder beim Setzen von Nachrüst-Ringen hat sich Brunnenschaum bewährt.

Die wichtigsten Eigenschaften von Brunnenschaum

Verrottungs- und Fäulnisfestigkeit

Brunnenschaum ist auf Dauer belastbar. Die meisten Produkte sind resistent gegen Mikroorganismen, Pilze und Bakterien, wie sie z. B. in Abwasseranlagen vorkommen. Auch haushaltsübliche Abwässer mit Fäkalienanteil stellen kein Problem dar.

Chemische Beständigkeit

Dank seiner Polyurethanbasis ist Brunnenschaum beständig gegen verdünnte Säuren und Laugen. Das macht ihn zu einem sicheren Dichtstoff für Anlagen mit biologisch-aggressivem Inhalt.

Beim Bau von Abwasserleitungen schützen diese Eigenschaften dauerhaft das Erdreich vor Verunreinigungen und halten das Abwasser und seine zum Teil gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe dort, wo sie hingehören: im Abwasserrohr.

Das funktioniert auch genau umgekehrt. Der Brunnenschaum sorgt auch dafür, dass aus dem umgebenden Erdreich keine Verunreinigungen in das Innere des Wasserrohres gelangen.

Haftung auf vielen Materialien 

Er haftet auf Beton, Putz, Mauerwerk, Ziegel, Holz, Metall und vielen Kunststoffen. Nicht geeignet ist er für PE, PP, Teflon (PTFE) und stark ölige Untergründe.

Formstabilität & Wasserdichtigkeit

Der Schaum ist wasserfest, aber technisch gesehen nicht 100 % wasserdicht. Die Wasserdichtigkeit entsteht erst durch mechanischen Druck, z. B. wenn ein Schachtring auf den noch frischen Schaum gesetzt wird. Dadurch werden die Zellstrukturen verdichtet – Wassermoleküle haben dann keinen Platz mehr.

Dieser Effekt beruht also auf einem physikalischen Zusammenspiel zwischen Material und Einbauweise. Deshalb ist es entscheidend, den nächsten Ring aufzusetzen, solange der Schaum noch klebrig ist.

Druckbeständigkeit:

Brunnenschäume sind bis zu 0,5 bar Wasserdruck (ca. 5 m Wassersäule) auf Langzeitdichtigkeit geprüft. Einige Hersteller haben ihre Schäume auch bis 0,8 bar (ca. 8 m Wassersäule) geprüft. Hier lohnt sich ein Blick ins Produktdatenblatt.

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Ist Brunnenschaum UV-beständig?

Nein. Brunnenschaum auf PU-Basis ist nicht UV-beständig. Er vergilbt unter Sonnenlicht, wird spröde und kann sich mit der Zeit zersetzen. Das betrifft vor allem Anwendungen oberhalb der Erdoberfläche.

So schützen Sie Brunnenschaum im Außenbereich: 

  • Überstreichen mit wetterfesten Farben
  • Abdecken mit Abdichtmasse (z. B. Silikon, Acryl, PU)
  • Einsatz von Ummantelungen oder Abdeckleisten

Wichtig: Unterirdisch eingesetzt, ist UV-Strahlung kein Thema.

So arbeiten Sie mit Brunnenschaum – Tipps aus der Praxis

Mit Brunnenschaum zu arbeiten, ist so einfach wie mit anderen PU-Schäumen. Es gelten die üblichen Verarbeitungshinweise für 1-K-PU-Schaum. Zunächst kommt hier die Kurzzusammenfassung. Die Erläuterungen zu den einzelnen Punkten finden Sie direkt darunter:

1. Vorbereitung: Untergründe reinigen, ggf. leicht anfeuchten (nicht nass!).
2. Temperatur beachten:
   - Haftflächen: +5 bis +35 °C
   - Dose: +5 bis +25 °C (idealerweise 15–25 °C)
   - Umgebungstemperatur: zwischen +5 und +30 °C für optimale Aushärtung
3. Dose gut schütteln: Ca. 30 Sekunden mit dem Kopf nach unten
4. Gleichmäßig einspritzen: Nicht überdosieren – der Schaum dehnt sich aus
5. Schaum so platzieren, dass er nicht nach außen weggedrückt werden kann,
    also in der inneren „Sicke“ des Schachtrings.

6. Zügig arbeiten: Nächsten Schachtring aufsetzen, solange der Schaum noch klebrig ist
7. Aushärtung abwarten: 6 bis 20 Stunden, je nach Produkt und Umgebung
8. Reste sauber entfernen: Nach dem Aushärten mit scharfem Messer abschneiden

Wichtig: Brunnenschaum härtet durch Luftfeuchtigkeit aus. Zu feuchte Umgebung kann die offene Zeit verkürzen.

Achten Sie auf das Feuchtigkeitsangebot!

Brunnenschaum wird in der Regel als 1-Komponenten-PU-Schaum angeboten. Das heißt, dass er Feuchtigkeit aus der Umgebung braucht, um gut aufzuschäumen und durchzuhärten.

Um die kleboffene Zeit (Nachjustierzeit) der Brunnenschäume zu verlängern, sollte die Umgebung nicht zu feucht sein. Eine separate Befeuchtung des ausgebrachten Schaums ist deswegen bei Brunnenschaum nicht sinnvoll.

Darin unterscheidet sich Brunnenschaum von anderen Montageschäumen, die leicht zusätzlich befeuchtet werden sollten, damit sich die Schaumqualität verbessert und die Durchhärtungszeit verkürzt.

Wenn der Schaum ausgehärtet ist, können Sie größere überstehende PU-Schaum-Reste mit einem scharfen Messer abschneiden. Bei Bedarf dichten Sie diese Schnittstellen nochmals mit Silikon ab, sollte der Druck des Schachtrings nicht ausreichen.

Achten Sie auf die Verarbeitungstemperatur

Für die Arbeit mit PU-Schaum sollte auch die Temperatur stimmen. Sie sollte auf der Haftfläche zwischen 5 und maximal 35 Grad Celsius liegen.

Die PU-Schaumdose selbst darf eine Temperatur zwischen 5 und 25 Grad Celsius haben. Sollte die Dose zu warm oder zu kalt geworden sein, können Sie diese langsam mit kaltem bzw. warmem Wasser auf die optimale Betriebstemperatur von ca. 15 – 25 Grad Celsius bringen.

Schütteln verbessert die Qualität des Bauschaums 

Schrauben Sie die PU-Schaumpistole oder das Adapterröhrchen auf. Schütteln Sie die Dose ca. 30mal kräftig. So vermischt sich der Doseninhalt gut. Das verbessert die Schaumqualität.

Bringen Sie den Brunnenschaum gleichmäßig aus

Dann spritzen Sie den Schaum möglichst gleichmäßig in die abzudichtende Fuge oder auf den Schachtring. Dabei sollten Sie den Dosenkopf nach unten halten. Nach dem Ausschäumen quillt der Brunnenschaum noch etwas nach.

Je frischer der Schaum, desto besser! 

Der nächste Schachtring sollte innerhalb von wenigen Minuten aufgesetzt werden. Generell gilt: Je schneller Sie den Ring auf den frisch ausgebrachten Schaum setzen, desto besser.

Auf jeden Fall sollten Sie den Ring aufsetzen, bevor der Schaum klebfrei ist, damit die notwendige Stabilität des Brunnens oder Schachtes gewährleistet ist. Über die genaue Zeitspanne informiert das Produktdatenblatt.

Beachten Sie die Aushärtungszeiten

Bis Brunnenschaum wasserdicht und voll belastbar ist, muss er je nach verwendetem Produkt zwischen 6 und 20 Stunden aushärten. In dieser Zeit dehnt er sich noch weiter aus. Das füllt auch kleine Hohlräume und Undichtigkeiten aus. Danach bleibt der Schaum formstabil und ändert sein Volumen nicht mehr.

Wie viel Brunnenschaum brauche ich?

Eine Standarddose mit 750 ml reicht für ca. 30 laufende Meter Schaumstrang. Bei 500-ml-Dosen liegt die Ausbeute entsprechend bei ca. 20 laufenden Metern.

Formel: 1 ml Schaum ≈ 0,04 laufende Meter Schaumstrang

Tipp: Planen Sie je nach Umfang und Durchmesser Ihrer Schachtringe – das vermeidet Unterbrechungen beim Arbeiten.

Sicherheit bei der Anwendung

Brunnenschaum enthält Treibgas – wie andere PU-Schäume auch. Deshalb gilt:

  • Gute Belüftung sicherstellen, besonders in Schächten oder engen Arbeitsbereichen
  • Offenes Feuer und Funkenbildung strikt vermeiden
  • Nicht rauchen während der Verarbeitung
  • Schutzausrüstung tragen: Handschuhe, Schutzbrille, ggf. Atemmaske
  • Explosionsgefahr minimieren: Keine elektrischen Werkzeuge mit Funkenschlag verwenden
  • Regelmäßig lüften, wenn Sie mehrere Dosen hintereinander verwenden

Checkliste: Brunnenschaum richtig einsetzen

✔ Untergrund reinigen, leicht anfeuchten 
✔ Dose schütteln, auf Temperatur achten 
✔ Schaum gleichmäßig auftragen – nicht überfüllen 
✔ Schachtring sofort aufsetzen 
✔ UV-Schutz bei Außenanwendungen sicherstellen 
✔ 6–20 Stunden Aushärtezeit beachten 
✔ Belüftung und Sicherheit nicht vergessen

FAQ: Häufige Fragen zu Brunnenschaum

Ist Brunnenschaum wasserdicht? 

Wasserfest ja – aber vollständig wasserdicht wird er nur, wenn er mechanisch verdichtet wird, etwa durch das Gewicht eines Schachtrings. Das Zusammendrücken sorgt dafür, dass keine Feuchtigkeit mehr eindringen kann.

Wie wird Brunnenschaum wasserdicht?

So funktioniert die Abdichtung von Brunnenschachtringen mit Brunnenschaum: Das Gewicht der eingesetzten Schachtringe sorgt dafür, dass der Schaum so zusammengedrückt und verdichtet wird, dass eine Wasseraufnahme nicht mehr möglich ist. Es passen einfach keine Wassermoleküle mehr dazwischen!

Seine wasserabweisende Wirkung verdankt Brunnenschaum also nicht nur seinen chemischen Eigenschaften, sondern dem physikalischen Druck durch die Setzringe.

Um diesen Effekt zu erzielen, sollten Sie darauf achten, dass Sie den nächsten Schachtring rechtzeitig aufsetzen. Rechtzeitig heißt: Bevor der Schaum nicht mehr klebt! Ist der Brunnenschaum erst einmal klebfrei, kann es sein, dass die Dichtigkeit leidet.

Ist Brunnenschaum gegenüber Spritzwasser beständig?

Dass Brunnenschaum wasserfest ist, bedeutet, dass er sich auch bei ständiger Wassereinwirkung nicht auflöst. Das heißt: er kann eine gewisse Zeit Wasser standhalten, auch Spritzwasser macht ihm nichts aus, doch regelmäßig einwirkendes Druckwasser dringt in die Zellkammern des Schaums ein.

Wie lange härtet Brunnenschaum aus?

Je nach Produkt, Luftfeuchte und Temperatur zwischen 6 und 20 Stunden. In dieser Zeit dehnt er sich noch aus und füllt Hohlräume. Danach bleibt er formstabil.

Kann man Brunnenschaum überstreichen?

Ja, und das ist bei oberirdischem Einsatz auch ratsam. Eine einfache Überdeckung mit PU-, Acryl- oder Silikon-Dichtstoffen schützt vor UV-Schäden und verlängert die Lebensdauer.

Braucht man spezielle Produkte für Trinkwasserbrunnen?

Ja. In diesem Fall sollte der Schaum nach dem Auftragen mit einer trinkwassergeeigneten Masse überzogen werden. So bleibt die Wasserqualität geschützt.

Welcher Brunnenschaum eignet sich für welchen Schachtring?

Diese Frage ist einfach zu beantworten: Die Dichtigkeit von Ring und Schaum werden zusammen geprüft. Achten Sie deswegen einfach auf Prüfzeugnisse oder Zulassungen.

Wie lange hält Brunnenschaum?

Bei sachgemäßer Verarbeitung und geschütztem Einbau (z. B. unter Erdreich) hält Brunnenschaum viele Jahre – in der Regel genauso lange wie die umgebenden Bauteile.

Fazit: Brunnenschaum ist ein echter Problemlöser

Ob Sie einen Brunnen abdichten, einen Schacht setzen oder einen Zisternenanschluss vor Feuchtigkeit schützen wollen: Brunnenschaum ist ein vielseitiger, langlebiger und einfach zu verarbeitender Helfer. Wenn Sie auf eine sachgerechte Anwendung achten und das Produkt passend zum Einsatzzweck wählen, wird er Ihnen viele Jahre gute Dienste leisten.

Autor: Antje Ebner

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