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PU-Schaum richtig verarbeiten

PU-Schaumdose vor und während des Gebrauchs gut schütteln

Unmittelbar vor der Verarbeitung müssen PU-Schaumdosen ausreichend, das heißt etwa 25-mal, geschüttelt werden, damit sich der zähflüssige PU-Schaum und das Treibmittel in der Dose gut vermischen. So entsteht eine homogene Masse und das Treibmittel kann seine drei wichtigen Funktionen optimal erfüllen.

  • Es löst die zähe PU-Flüssigkeit.
  • Es transportiert das PU aus der Dose.
  • Es fungiert als Blähmittel und Zellbilder für den frisch aus der Dose tretenden PU-Schaum schafft so die gewünschte feinporige Struktur, die später so effizient dämmt.

Dauert die Verarbeitung der Dose länger, sollte das Schütteln zwischendurch immer mal wieder wiederholt werden.

Was passiert bei Nichtbeachtung? Wenn PU-Schaum und Treibmittel keine homogene Masse bilden, können partielle Mischlücken entstehen und der PU-Schaum bläht sich nur geringfügig aus.

Bauschaum kopfüber verarbeiten

PU-Schaum-Profis wissen: Montageschaumdosen müssen bei der Verarbeitung mit dem Ventil nach unten gehalten werden. Nur so kann die Dose gut entleert werden.

Doch was sind die Gründe dafür? Anders als klassische Aerosoldosen haben Montageschaumdosen kein sogenanntes Steigrohr, das den flüssigen Inhalt bei Betätigung des Sprühkopfes nach außen befördert. Weil PU-Schaum zähflüssig ist, würde ein solches Transportröhrchen verstopfen. Daher muss die Bauschaumdose, nachdem das Prepolymer durch ausreichendes Schütteln mit dem Treibmittel vermischt wurde, "auf den Kopf gedreht" entleert werden. Dadurch sinkt die zähe Masse nach unten zum Ventil. Das stellt sicher, dass sich immer ausreichend PU-Schaum an der Ventilöffnung befindet und der Schaum störungsfreigleichmäßig ausgetragen werden kann.

1-K-PU-Schäume anfeuchten

Die meisten 1-Komponenten-PU-Schäume brauchen zum Aushärten genügend Feuchtigkeit aus der Umgebung. Deshalb sollten die Untergründe und der frisch applizierte PU-Schaum angefeuchtet werden. Als Faustregel gilt, dass eine PU-Schaumdose mit 750 Milliliter (ml) etwa 60 ml Wasser für die korrekte Aushärtung benötigt.

Doch Achtung! Inzwischen gibt es auch einige PU-Schäume auf dem Markt, die nicht angefeuchtet werden müssen. Deswegen bitte immer erst auf die Verpackung schauen, welche Arbeitsanweisungen der Hersteller gibt. 

Was passiert, wenn die Feuchtigkeit fehlt? Findet ein PU-Schaum zu wenig Feuchtigkeit vor, härtet er langsamer aus und expandiert weniger. 1-K-PU-Schäume härten von außen, dort wo die Feuchtigkeit zuerst wirkt, nach innen aus. Ist in der Umgebung nicht genügend Feuchtigkeit vorhanden, bildet sich von außen eine feste Haut, im Schaumkern hingegen verbleibt unausgehärteter, aktiver PU-Schaum zurück. Erhöht sich dann später die Luftfeuchtigkeit, kann dieser Schaum auch noch Wochen später nachexpandieren und zu einer Verformung der Bauteile führen.

So haftet PU-Schaum richtig

PU-Schaum haftet auf fast allen Untergründen, sofern sie fest, sauber, staub- und fettfrei sind. Lediglich Silikon, Öle, Fette, Polyethylen, Teflon oder ähnliche Untergründe sind für PU-Schaum nicht geeignet. Einen Sonderfall stellen Untergründe wie Gips dar, die aktiv Feuchtigkeit aufnehmen. Diese müssen genügend angefeuchtet werden, damit der PU-Schaum ausreichend Feuchtigkeit für seinen Aushärtungsprozess findet. Andernfalls kann es zu einer mangelnden Haftung und Flankenverklebung kommen. Hier empfiehlt sich auch die Vorbehandlung mit Primern oder Tiefengrund. 

Auf die richtige Verarbeitungstemperatur achten

Die handelsüblichen 1-Komponenten PU-Schäume sollten bei Temperaturen zwischen 5 und 30 Grad Celsius verarbeitet werden, damit der ausgehärtete PU-Schaum die gewünschte Qualität bietet. Bei Temperaturen unter 5 Grad verläuft der Aushärtungsprozess langsamer, das hat Auswirkungen auf die Zellstruktur. Der ausgehärtete Schaum kann deswegen spröde und brüchig werden. Ist der PU-Schaum bei der Verarbeitung zu warm, kann er seine Standfestigkeit verlieren. Das kann man sich etwa so vorstellen, wie das Verhalten von Sahne auf einer heißen Waffel. Deswegen sollten Sie Sie darauf achten, dass die Umgebung oder auch das Material, auf das der Schaum aufgebracht wird, nicht über 30 Grad Celsius heiß ist.

Die Temperaturangaben gelten nur für den noch nicht ausreagierten Schaum. Einmal ausgehärtet ist PU-Schaum von minus 40 Grad bis plus 80 Grad temperaturbeständig.

Tipp: Kalten Schaum vorsichtig erwärmen, warmen Schaum abkühlen

Untertemperierte PU-Schaumdosen können Sie in lauwarmem Wasser erwärmen. Auf keinen Fall aber sollten Sie die Dosen in heißes Wasser setzen oder sonst stark erhitzen – etwa auf der Heizung oder mit einem Bunsenbrenner, weil sich das Treibmittel in der Dose sonst zu schnell ausdehnt und die Dose bersten kann. Zu warmen Schaum können Sie einfach im kalten Wasserbad auf die richtige Verarbeitungstemperatur bringen.

Tipp: Speziellen Winter-Schaum verwenden

Liegen im Winter die Außentemperaturen dauerhaft unter der optimalen Verarbeitungstemperatur für PU-Schaum, empfehlen die Hersteller die Verwendung von sogenannten Winterschäumen, die speziell für frostige Tage entwickelt wurden. Diese liefern je nach Rezeptur bis zu minus zehn Grad qualitativ hochwertige Dämm- und Ausschäumeigenschaften.

PU-Schaum ist nicht gleich PU-Schaum.

So unterscheiden sich 1-Komponenten-PU-Schäume und 2-Komponenten-PU-Schäume durch ihr Aushärtungsverhalten. 1-K-PU-Schaum benötigt dafür den Kontakt zur Umgebungsfeuchte. 2-K-PU-Schaum hingegen besitzt für diesen Prozess einen weiteren Reaktionspartner, der sich in der Verpackung befindet und kurz vor der Anwendung mit dem Prepolymer vermischt wird. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Art der Ausbringung. Geschieht dies mit Hilfe einer PU-Schaum-Pistole, spricht man von Pistolenschaum. Alternativ kann auch ein Adapterröhrchen für die Ausbringung genutzt werden.

1-K PU-Schaumdosen mit Adapter und Sicherheitsventil

1-Komponenten-PU-Schäume, die mit Hilfe eines Adapterröhrchens ausgebracht werden, sind die praktische Lösung für alle, die nur ab und zu mit Bauschaum arbeiten. Das Adapterröhrchen befindet sich an der PU-Schaumdose und wird vor Gebrauch einfach auf das Ventil aufgeschraubt.

1-K-Pistolen-PU-Schaum

Wer regelmäßig mit 1-K-PU-Schaum arbeitet, bevorzugt in der Regel den Einsatz einer PU-Schaum-Pistole, die extra auf die Bauschaumdose aufgeschraubt wird. Die Vorteile liegen in der leichteren Dosierung des ausgebrachten Bauschaums.

2-K-PU-Schaum

Der 2-Komponenten-PU-Schaum erreicht sehr hohe Festigkeiten und härtet sehr schnell und gleichmäßig aus. Das vereinfacht die Kontrolle der Aushärtung. Eine typische Anwendung von 2-K-Montageschaum ist die Montage von Innentüren.