DGNB und QNG einfach erklärt: Wann ist „nachhaltig“ nachhaltig?

Deutschland will nachhaltiges Bauen fördern. Doch wann gilt ein Gebäude überhaupt als nachhaltig? Die Antwort ist gar nicht so einfach, wie sie auf den ersten Blick scheint.

Ein Beispiel: Ist nur ein Lehmhaus mit Ziegeldach und Schafwolldämmung nachhaltig? Oder kann auch ein Gebäude aus Beton nachhaltig sein?

Schließlich besteht Beton zwar überwiegend aus natürlichen Rohstoffen wie Sand, Kies, Wasser und Zement. Seine Nachhaltigkeit wird jedoch über den gesamten Lebenszyklus bewertet und nicht allein über die Herkunft der Rohstoffe.

DGNB: So wird Nachhaltigkeit bewertet

Damit Bauherren, Planer und Förderstellen nicht nur nach Gefühl entscheiden, wurden Bewertungssysteme für nachhaltiges Bauen entwickelt.

Zu den bekanntesten Anbietern von Nachhaltigkeitszertifizierungen gehört die DGNB. Daneben existieren weitere anerkannte Bewertungssysteme und Zertifizierungsstellen. DGNB bewertet Gebäude nach einem festen Kriterienkatalog. Für jedes Kriterium gibt es Punkte. Je nach erreichtem Erfüllungsgrad kann ein Gebäude mit den Zertifizierungsstufen Bronze, Silber, Gold oder Platin ausgezeichnet werden.

Dabei geht es nicht nur um die Bauweise. Auch die verwendeten Baustoffe fließen in die Bewertung ein. Hinzu kommen soziale, organisatorische, technische und standortrelevante Aspekte. Die DGNB hat dafür einen umfangreichen Kriterienkatalog entwickelt, in dem zahlreiche Baustoffe bewertet und eingeordnet werden.

QNG: Warum die Bewertung für Fördermittel wichtig ist

Das Ganze ist nicht nur Theorie. Die Bewertung entscheidet in vielen Fällen darüber, ob ein Bauvorhaben Fördermittel erhalten kann.

Hier kommt das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) ins Spiel. Es ist ein staatliches Siegel und wird insbesondere für bestimmte Förderprogramme wie den Klimafreundlichen Neubau (KFN) der KfW benötigt. Die KfW ist die staatliche Förderbank Deutschlands. Sie vergibt zinsgünstige Kredite und Zuschüsse – zum Beispiel für den Wohnungsbau, energetische Sanierungen und nachhaltige Neubauten. Auch bei öffentlichen Bauprojekten wird oft ein Nachhaltigkeitsnachweis verlangt.

Ob ein Gebäude die Anforderungen erfüllt, prüfen unabhängige Zertifizierungsstellen. Eine der bekanntesten ist die DGNB.

Daneben gibt es weitere Stellen wie NaWoh (Nachhaltigkeit im Wohnungsbau) oder BiRN / BNK (Bau-Institut für Ressourceneffizienz und Nachhaltiges Bauen), die ebenfalls QNG-konforme Zertifizierungen durchführen können.

PU-Schaum in DGNB und QNG

Wer nachhaltig bauen möchte, muss auf PU-Schaum nicht verzichten. Sowohl die DGNB als auch das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) berücksichtigen PU-Schäume in ihren Bewertungssystemen. Entscheidend ist, dass das verwendete Produkt die jeweiligen Anforderungen erfüllt.

Bei der DGNB sind PU-Schäume im Kriterienkatalog aufgeführt. Im DGNB Navigator finden Planer produktbezogene Nachhaltigkeitsinformationen und Nachweise, die bei der Erfüllung der jeweiligen DGNB-Kriterien unterstützen.

Auch das QNG stellt Anforderungen an die verwendeten Baustoffe. Für PU-Schäume ist dabei insbesondere das QNG-Kriterium 4.5 relevant. Welche Anforderungen dahinterstehen und welche Produkte sie erfüllen, zeigen wir im nächsten Abschnitt.

QNG-Kriterium 4.5: Worauf es bei PU-Schaum ankommt

Auch das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) stellt Anforderungen an die verwendeten Baustoffe. Für PU-Schäume ist dabei das QNG-Kriterium 4.5 maßgeblich. Es legt fest, welche Anforderungen Montageschäume erfüllen müssen, damit sie in QNG-zertifizierten Gebäuden eingesetzt werden können. Dabei geht es unter anderem um bestimmte Inhaltsstoffe und um Stoffe, die nach der Verarbeitung an die Raumluft abgegeben werden können (Emissionen).

Die gute Nachricht: Auch hier gibt es zahlreiche PU-Schäume, die diese Anforderungen erfüllen. Ob DGNB oder QNG: Für beide Systeme stehen geeignete PU-Schäume zur Verfügung.

Häufige Fragen zu DGNB, QNG und PU-Schaum

Ist PU-Schaum für nachhaltiges Bauen geeignet?

Ja. PU-Schaum kann in nachhaltigen Bauprojekten eingesetzt werden. Entscheidend ist, dass das verwendete Produkt die Anforderungen des jeweiligen Bewertungssystems erfüllt.

Kann PU-Schaum bei einer DGNB-Zertifizierung verwendet werden?

Ja. Die DGNB führt geeignete PU-Schäume in ihrem Kriterienkatalog und im DGNB-Navigator auf. Hier finden Planer produktbezogene Nachhaltigkeitsinformationen und Nachweise, die bei der Erfüllung der jeweiligen DGNB-Kriterien unterstützen.

Welche Rolle spielt das QNG für PU-Schaum?

Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) stellt Anforderungen an die verwendeten Baustoffe. Für PU-Schäume ist insbesondere das QNG-Kriterium 4.5 relevant.

Wo finde ich geeignete PU-Schäume für DGNB- oder QNG-Projekte?

Eine gute Anlaufstelle ist der DGNB-Navigator. Dort finden Planer produktbezogene Nachhaltigkeitsinformationen und Nachweise, die bei der Erfüllung der jeweiligen Kriterien von DGNB und QNG unterstützen.

Bedeutet nachhaltiges Bauen, dass auf PU-Schaum verzichtet werden muss?

Nein. Nachhaltiges Bauen schließt den Einsatz von PU-Schaum nicht aus. Entscheidend ist, dass das verwendete Produkt die Anforderungen der DGNB oder des QNG erfüllt.

Was ist der Unterschied zwischen DGNB und QNG?

Die DGNB ist eine Zertifizierungsgesellschaft, die Gebäude nach einem festen Kriterienkatalog bewertet. Das QNG ist ein staatliches Qualitätssiegel, das unter anderem für verschiedene Förderprogramme der KfW benötigt werden kann.

Was ist der DGNB Navigator?

Der DGNB Navigator ist eine Produktdatenbank. Dort finden Planer, Architekten, Handwerker und Bauherren Baustoffe, die für nachhaltige Bauprojekte geeignet sind.

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